Flora und Fauna auf der Kurischen Nehrung

Die klimatischen Bedingungen und die teils sehr geschützte Lagen begünstigten eine besondere Flora. Alle Pflanzen in diesem Welterbe Kurische Nehrung sind geschützt. Von den bei der Dünenbefestigung verwendeten Gräsern wie Haargras und Sandrohr und dem Wanzensamen gehören zu den besonderen Arten der Gemeine Strandhafer und der Baltische Strandhafer.

Bienenstock-in-der-Walderde-prevPflanzen-am-Haffstrnd-prevThymian-und-Flechten-prevViola littoralis Clau1-prv

Sand-Thymian (Thymus serpyllum) und die Weiße Flechte bilden oft zusammen dichte Teppiche auf dem Sandboden. Seemannstreu (Eryngium maritimum), die Stranddistel, sieht man in verschiedenen Varianten, mal bläulich, mal hell. Selten sind die einfache Mondraute und das zarte Moosglöckchen (Linnaea borealis). Strandportulak, Kali-Salzkraut und die violett blühende Strandrauke sind oft in Strandnähe und in Dünengebieten zu finden, manchmal auch das Dünen-Veilchen (Viola littoralis). An den Vordünen blüht im Sommer die Kartoffel-Rose (rosa rugosa), die eigentlich aus Ostasien stammt und im 19.Jh. nach Europa eingeführt wurde. - Im heißen Spätsommer reift die Eberesche. Oft schmeckt sie süß trotz der Bitterstoffe.

Typische Pflanzen für die Kurische Nehrung

Typisch für die Kurische Nehrung sind auch die locker mit Wacholder bewachsenen Flächen, der sowohl auf sandigen wie auf moorigen Stellen zu finden ist, aber vom Wild nicht verbissen wird. Besonders reich an seltenen Pflanzen auf der Kurischen Nehrung sind die geschützten Lagen bei Schwarzort. Hier muss man sich einfach Zeit nehmen, dann ist manches an den Wald- und Wegrändern zu entdecken.

Etwa die Hälfte der Fläche der Kurischen Nehrung ist mit Wald bedeckt. Man findet hier nicht nur die Kiefer – darunter Waldkiefer und vor allem die im 19.Jahrhundert angepflanzte widerstandsfähige Bergkiefer – sondern neben Fichten und Birken auch Douglasien und Weißtannen, Erlen, Ahorn-Arten und Eichen. Im Norden von Juodkrante/Schwarzort führt ein markierter dendrologischer Lehrpfad zu Bäumen und Sträuchern, die nicht eigens für den Rundweg gepflanzt wurden. Alle sind mit ihrem botanischen lateinischen Namen bezeichnet.

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Darunter findet sich z.B. die Robinie und die Edelesche, die Weißtanne, Schwarzerle und Sommerlinde, der Bergahorn und die Silberpappel, das Pfaffenhütchen und der Weidensandorn. In zwei Stunden ist viel zu lernen, zumal im Sommer noch prachtvolle Insekten sich im Wald an der Ostseite der Kurischen Nehrung wohl fühlen. Auch auf Honigbienen in Erdhöhlen trifft man zuweilen.

Damit kommen wir zur Fauna, der Tierwelt.

Da die Kurische Nehrung fast vollständig frei von landwirtschaftlicher Nutzung ist, gedeihen Schmetterlinge und viele andere Insekten. Ein Bienenstock in der Erde ist keine Seltenheit. Raupen und Insekten sind der gedeckte Tisch für die zahlreichen Vogelarten.
Der Vogelkenner kann im Juni auf der Kurischen Nehrung und im Memeldelta leicht über 60 Vogelarten finden, von der Brandgans über Haubentaucher, Kiebitz, Kuckuck und Pirol bis zu Wacholderdrossel und Zaunkönig.

Der Horst des Seeadlers bleibt im Verborgenen, aber ab und an ist der Adler, wie auch der Schwarzmilan oder ein Baumfalke zu erblicken. Zahlreich sind die Schwäne im Frühling, sie bauen entlang des Haffes Ihre Nester. Einen Besuch wert ist auch die inzwischen riesig gewordene Kolonie der Kormorane und Graureiher, die man südlich von Schwarzort / Juodkrante bewundern kann: im Jahr 2000 wurden über 1000 Kormoran-Paare und über 500 Graureiher-Paare gezählt.

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Störche gibt es auf der Nehrung eigentlich nicht.

Umso häufiger sind sie im Memeldelta anzutreffen. Auf der Kurischen Nehrung ist ein Weißstorch nur ab und an in Nida/ Nidden zu sehen - Josefine, die sich gerne am Hafen durchfüttern lässt. Der reisefreudige Luwig Passarge (1825-1912) meinte, die Einheimischen der Kurischen Nehrung verhinderten das Nisten der Vögel. Wahrscheinlicher ist, dass die im wesentlichen sehr trockenen Gebiete dem Weißstorch zu wenig Nahrung bieten.

Die Vogelzüge über der Nehrung ab Mitte September sind ein alljährliches Schauspiel.

Vogelkenner entdecken auf den Kurischen Nehrung und im Memeltal mit etwas Geduld und dem Fernglas gut 70 verschiedene Vogelarten, darunter Heidelerche, Pirol und Seeschwalben. Wo gibt es das schon auf solch kleinem Terrain! Im Herbst sind die Formationen der Zugvögel nicht zu übersehen und ihre Rufe nicht zu überhören.

Seit Johannes Thienemann (1863-1938) die Beringung der Vögel erprobt hat, haben die Vogelwarten und Beringungsstellen bei Rossitten/Rybatschij und in Windenburg/Vente am Memeldelta im Frühling wie im Herbst Hochsaison. Eine Fahrt mit dem Schiff über das Haff ist dann besonders lohnend – kann man doch mit etwas Glück Gänse, Silberreiher und vielleicht einen Seeadler beobachten. Thienemann hatte für seine Vogelflugforschungen eigens eine Schar junger Weißstörche, fünfundsiebzig Exemplare, nach Rossitten (heute Rybatschij) bringen lassen, sie beringt und später freigelassen, um ...

Er schrieb über sie: „Keiner ist krank geworden, keiner ist eingegangen. Was ist der Storch für ein lieber Vogel in der Gefangenschaft! Dieses Vertrautsein! Diese leichte Futterannahme! Man muß den Tieren gut sein!“ Als Thienemann sie absichtlich erst 14 Tage nach der normalen Reisezeit der Störche freiließ, flogen sie nicht über die Nehrung sondern über das Haff in Richtung Labiau, dann über Polen und Griechenland weiter nach Süden, über 70 km täglich, ohne das Geleit von Altvögeln. Ihr Kompass war ihnen angeboren - und das wollte Thienemann wissen.

Und der Elch – wer möchte ihm nicht begegnen?

Bevor sich der Laubwald begrünt sind die Chancen am größten, dieses Ungetüm zu erblicken. Hinter den Zweigen ist er schwer zu erkennen. Aber auch im Hochsommer läßt er sich blicken - vielleicht auf dem Weg zum Haff um zu trinken. Gehen Sie ihm ja nicht entgegen! Er ist bei weitem kein Haustier. Er schlägt gezielt und treffsicher mit den Vorderhufen! Auf den Photos sehen Sie eine Elchmutter auf einem der Fußwege zum Strand bei Nida und ein Elchkind im Garten von Haus Auschra in Nida.

Häufig begegnet dem Wanderer ein Fuchs; aber auch Rehe und Wildschweine sind zahlreich auf der Kurischen Nehrung.

Vorsichtig sein sollten insbesondere Autofahrer, die in der Dämmerung unterwegs sind: immer wieder kommt es zu Wildunfällen, auch mit Elchen.

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